21. November 2018

Preisgestaltung Hochzeiten

Liebe Brautpaare, Fotointeressierte und Mitleser,

während meiner Arbeit stoße ich immer wieder auf den Vorwurf,  Hochzeitsfotografen wären unverhältnismäßig teuer. Oft ist dies nicht böse gemeint – natürlich fragt man sich, wie ein solch hoher Preis zustande kommt. Ich verstehe das.
Da mir Transparenz besonders wichtig ist, versuche ich in den folgenden Zeilen zu erklären, wie meine Preise entstehen. 

Ich liebe meinen Job. Es ist eine wunderschöne Arbeit, Menschen, die zueinander gefunden haben, an ihrem ganz besonderen Tag begleiten zu dürfen. Dies dann auch noch auf Fotos verewigen zu können erfüllt mich mit Freude. In diesem Beitrag möchte ich mich in keiner Weise über meine Arbeit beschweren. Ich möchte nur erklären, wo euer Geld genau hinfließt.
Dies ist meine persönliche Erfahrung und nur ein Beispiel, natürlich kann es bei anderen Fotografen anders ablaufen. 

 

Das Paket

Als Beispiel nehme ich eine Buchung für 8 Stunden, für die ich aktuell 1300€ nehme.  Ich fotografiere sie meistens mit einem zweiten Fotografen zusammen, damit auch wirklich jeder wichtige Moment festgehalten wird. Auf den ersten Blick denkt man hier an einen Stundenlohn von 162,50€, den wir uns beide teilen, also an einen Lohn von 81,25€ pro Stunde pro Fotograf.
Die 8 Stunden sind allerdings nur die Spitze des Eisberges.
Nun schreibe ich euch einmal auf, was noch alles in dem Paket enthalten ist.

  • 1 Stunde Mailverkehr nach der Anfrage. Es folgt eine Terminsuche für das Vorgespräch, ein erstes Angebot wird erstellt, der Vertrag aufgesetzt etc.
  • 2 Stunden Vorgespräch (inkl. An- und Abreise)
  • 1 Stunde Locationcheck 
  • 1 – 2 Stunden An- und Abreise zu eurer Hochzeit
  • 8 Stunden Fotoreportage, Familienfotos, Paarshooting etc.
  • 4 Stunden Einlesen aller Fotos, Sichtung und Auswahlerstellung
  • 10 Stunden Nachbearbeitung der Fotos
  • 1 Stunde exportieren und Bereitstellen der Aufnahmen in Onlinegalerie etc.

Mittlerweile kommen wir auf eine Stundenanzahl von 29 Stunden. Das ergibt einen Stundenlohn von ca. 22,50€ pro Fotograf. 

Hiervon bezahle ich:

  • Kameraequipment (Wert ca. 10.000€)
  • schneller Computer zur Nachbearbeitung, Back-Up Festplatten etc.
  • Software für Nachbearbeitung (Adobe Photoshop, Adobe Lightroom)
  • Online-Dienste für die Bereitstellung der Bilder
  • Anfahrtskosten
  • Werbung / Marketing
  • Website
  • Fortbildungen
  • Steuer, Versicherung, Alters- und Rentenversicherung
  • Meinen Lebensunterhalt 

Hinzu kommt, dass das Equipment einen Verschleiß hat. Um euch das Beste liefern zu können, muss es alle 3-4 Jahre erneuert werden.

Was man noch berücksichtigen sollte ist, dass ein Hochzeitsfotograf nicht das ganze Jahr über diesen Job ausüben kann. Die meisten Paare heiraten im Sommer, sagen wir von Mai bis Oktober.  Rechnerisch betrachtet sind dies 24 Wochenenden, an denen wir Hochzeiten begleiten. Nehmen wir  an, an jedem Wochenende habe ich eine Hochzeit.
Das wären dann (24×1300€) : 2, also ein Umsatz von 15.600€ brutto. Ohne zusätzliche Arbeiten neben der Hochzeitsfotografie könnte ich also noch nicht einmal davon leben.

Im Winter fotografiere ich freie Projekte, um das Portfolio zu erweitern, bearbeiten kleinere Aufträge, besuche Fortbildungen und führe Vorgespräche.

Ihr seht also, wir Fotografen arbeiten auch für unser Geld. Natürlich variieren die Preise mitunter stark. In der Kalkulation habe ich auch Erfahrungs- und Kunstwert nicht mit einbezogen.

Ich hoffen, ich konnte euch meine Preisgestaltung näher bringen. Wenn noch Fragen sind, scheut euch  nicht und schreibt mir gerne!

 

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